Alles hat seine Zeit

Zeit titel

Wenn das Leben zu Ende geht, kommt der Tod. Doch wie natürlich kann dies geschehen, wenn Apparate, Schläuche, Medikamente, Operationen dafür sorgen, dass der Abschied vom Leben unendlich hinausgezögert wird? Die Filmemacherin Karin Guse nutzt ihren Film, um auf genau diese Problematik hinzuweisen. Zusätzlich arbeitet sie ein Stück ihrer eigenen Geschichte auf, denn ihre Mutter befand sich in einer solchen Situation. Krank, am Ende ihrer Kraft, wollte sie sterben. Doch die Ärzte operierten, untersuchten, stellten Diagnosen. Stichwortartig verliest ein Sprecher all die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um das Leben zu verlängern. Dazwischen immer wieder eine schwache Frauenstimme, die nur eines will: „Lasst mich doch gehen!“ Und dann die Feststellung, dass wirklich alles im Leben „seine Zeit“ hat. Guse fügt dem kalten und betroffen machenden Text über ärztliche Maßnahmen Bilder und Bildausschnitte hinzu, die durch eine geschickte Montage diese Situation komplex und berührend erzählen. Karin Guses Film ist eine persönliche Aufarbeitung des eigenen Schmerzes. Und darüber hinaus ein wichtiger filmischer Beitrag zu einer immer wieder brisanten Diskussion.


Diesen Film widme ich meiner Mutter, die nach 67 Tagen mit lebensverlängernden Maßnahmen im Alter von 81 Jahren starb.

buch, regie, kamera, schnitt

Karin Guse


gesprochen von

Ulrike Stoltz

Rolf Hüffer

Karin Guse

 

tonmischung

Holger Jung


farbkorrektur

Bernd Güssbacher