Fahnder auf vier Pfoten

Ihre feinen Spürnasen machen sie zu idealen Helfern der Polizei: Ob es ums Aufspüren versteckter Drogen geht oder das Finden vermisster oder hilfloser Personen: Polizeihunde machen sich an vielen Stellen nützlich. Die Schlaglicht-Reportage begleitet zwei der verdienstvollen Vierbeiner bei ihrer intensiven Ausbildung: vom verspielten Welpen bis zum einsatzfähigen Diensthund.


Roxy, die junge belgische Schäferhündin, begeistert durch ihren ausgeprägten Spieltrieb, ihre Neugierde, Unerschrockenheit und Sensiblität. Wir begleiten sie und ihren Hundeführer Uwe B. von der Ankaufüberprüfung, ihrer intensiven Ausbildung im Polizeidienst bis zu ihrem ersten Einsatz als Drogenfahnderin.

Der tapsige Claude, ein junger Coonhound aus der Rasse der Bluthunde, wird von seiner Ausbilderin Nicole O. an seine ersten Fährten herangeführt und soll zum Personenspürhund ausgebildet werden.


Die Polizei des Landes Rheinland-Pfalz beschäftigt 120 Hundeführer mit ihren Diensthunden an den verschiedenen Standorten. Nach der klassischen Ausbildung zum Schutz- und Fährtenhund haben einige von ihnen gezielte Spezialausbildungen durchlaufen. Sie sind Spezialisten für die Rauschgiftsuche, Sprengstoff- und Leichenspürhunde sowie Brandmittelspürhunde. Sie verrichten mit ihren Hundeführern einen ganz normalen Streifendienst und werden bei Bedarf zu Spezialeinsätzen hinzugezogen. Darüber hinaus befinden sich drei ausgebildete Personenspürhunde im Dienst des Landes. Sie werden ausschließlich zur Suche von vermissten Personen oder Straftätern eingesetzt oder bei Entführungen. Claude soll der vierte werden.


Roxy durchläuft im Frühjahr 2011 eine 10-wöchige Grundausbildung zum Schutz- und Fährtenhund. Diese besteht aus den Modulen Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst. In der vor einigen Jahren reformierten Ausbildung arbeitet die Polizei nicht mit Zwang, sondern mit positiven Verstärkern, mit Klicker und Futterlob - „damit man auch nach Jahren dem Hund noch in die Augen schauen kann“, wie der Chefausbilder betont. Bei der abschließenden Prüfung werden alle nur erdenklichen Szenen des Polizeialltags durchgespielt, um die Zusammenarbeit von Roxy und ihrem Hundeführer zu bewerten. Der ehrgeizige Uwe B. ist seit 30 Jahren Hundeführer und landet mit Roxy diesmal auf Platz zwei. Roxy ist nach sechs Rüden seine erste Diensthündin.

Nach bestandener Prüfung versieht sie zusammen mit ihrem Hundeführer Uwe B. den Streifendienst als »Beamtin des Landes Rheinland-Pfalz«. Uwe B.s früherer Diensthund Sumo geht nach 9 Jahren Polizeidienst in seinen wohlverdienten Ruhestand und erhält als Pensionär vom Land RLP eine monatliche Futterpauschale von 35,-€. Beide Hunde leben in der Familie von Uwe B. und seiner Frau Petra.

Monate später folgt Roxys Spezialisierung zur Drogenfahnderin – bis hin zum krönenden Abschluss, einer Drogenkontrolle an der A61 bei Mainz. Dabei unterstützt sie eine mobile Spezialeinheit, die verdächtige, aus Holland kommende Fahrzeuge auf mitgeführte Drogen untersucht oder unter Drogeneinfluss stehende Fahrer aus dem Verkehr zieht.

Schlappohr Claude, der junge Coonhound, lebt ebenfalls in der Familie seiner Ausbilderin Nicole O. Mit Hilfe eines so genannten »Identifikationsgegenstands«, der den individuellen Geruch der gesuchten Person trägt, wird Claude langsam an die Fährtenarbeit herangeführt. Wichtig ist auch bei seiner Ausbildung die positive Bestätigung: er wird nach erfolgreicher Suche immer mit einem Päckchen Futter belohnt. Seine Ausbildung führt Claude Schritt für Schritt weg vom Polizeigelände in Enkenbach-Alsenborn, hinaus in die vorweihnachtliche Fußgängerzone von Koblenz und die Ruppertsklamm bei Lahnstein. Dort muss Claude lernen, sich auch gegen seine eigene Angst durchzusetzen und eine Spur entgegen eines Bachlaufes zu verfolgen.


Die „Schlaglicht“-Reportage begleitet die ersten Monate seiner Ausbildung und im Zeitraum von insgesamt zwei Jahren wird Claude lernen, Fährten auf Wiese, Wald, Schotter, Beton oder Asphalt aufzuspüren – in Großstädten, Wohngebieten, am Bahnhof oder im Wald, bei Tag oder Nacht.

buch, regie

Karin Guse


kamera

Hans-Peter Braun


schnitt

Niko Zakarias