Ein Leben lang Ludwig

Ludwig Kannengießer ist 1917 in München geboren. Aus einer der reichsten Familien der bayerischen Hauptstadt stammend, erzählt er auf sehr beeindruckende Weise, gemeinsam mit seinen beiden älteren Schwestern Ruth und Erika, von der für Außenstehende so glamourösen Kindheit und Jugend. Alle haben aber sehr unter dem despotischen, gewalttätigen Vater gelitten. Die Mutter ist ihrem Mann hörig und kann, bis zu ihrem Selbstmord, den Kindern keinen Schutz bieten. Ludwig ist 17 Jahre alt. Der totale finanzielle Zusammenbruch kam gegen Ende der 30-er Jahre als Folge der jahrelangen Misswirtschaft auf der ehemals familieneigenen Burg Katz am Rhein.
Nach dem Krieg geht Ludwig zurück nach München, gründet keine eigene Familie, sondern lebt bei einem befreundeten Ehepaar. Für deren Töchter ist er wie ein Onkel. Ludwig war über viele Jahre alkoholabhängig, er hat es mit der Unterstützung eines Therapeuten geschafft, aus der Abhängigkeit heraus zukommen und ist seit über 20 Jahren trocken. Seither arbeitet er aktiv in der Suchthilfe. Im Rahmen seiner ehrenamtlichen, wie er sagt »35-Stunden-Woche«, hilft und begleitet er andere Betroffene in einem, der Caritas zugeordneten Verein: dem »Club 29«.
Seine Auszeiten nimmt er sich regelmäßig im Frühjahr und Herbst für 6 Wochen auf Kreta, das zu seiner zweiten Heimat geworden ist.
Trotz all der Härten und des Kampfes kann er heute resümieren: »ich möchte schon ganz gern noch leben, aber wenn das nicht sein soll; ich habe wirklich ein wunderschönes Leben gehabt«.
Ludwig Kannengießer starb im November 2009 in München.

buch, regie, ton, schnitt

Karin Guse

 

kamera & licht

Peter Schumann


musik

Johannes Lind, Christian Kowollik

 

© Karin Guse, 2002